Entscheidung über die Erwerbsunfähigkeit

Wenn das Versorgungsamt bzw. die gesetzliche Rentenversicherung Sie noch nicht als Schwerbehinderter anerkannt hat, kann Ihnen natürlich die Arbeitslosigkeit drohen. Denn nur Schwerbehinderten unterliegen einem speziellen Kündigungsschutz. Sollte dieser Fall eintreten und Sie arbeitslos werden müssen Sie sich als erstes bei der Arbeitsagentur melden.

Solange Sie Krankengeldzahlungen durch Ihre Krankenkasse erhalten, haben Sie kein Anrecht auf Arbeitslosengeld. Privat Krankenversicherte erhalten unbegrenzt Krankengeld von der privaten Krankenkasse gezahlt, sofern diese Leistung versichert ist. Gesetzlich Versicherte erhalten für die Dauer von 72 Monaten Krankengeld, danach versucht die Krankenkasse sie als Erwerbsunfähiger über die Rentenversicherung einstufen zu lassen, sofern Sie noch arbeitsunfähig sind. Denn das Arbeitsamt kann Sie als Arbeitsunfähiger nicht vermitteln.

Nun ist es an der Zeit, was Ihnen aber auch die Krankenkasse nahe legen wird, eine Antrag auf Erwerbsminderungsrente bei der gesetzlichen Rentenversicherung zu stellen. Sind Sie im Besitz einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung, dann muss spätestens jetzt auch dorthin eine Mitteilung erfolgen.

Die private Berufsunfähigkeitsversicherung wird, wie auch die gesetzliche Rentenversicherung dann prüfen ob die Voraussetzung für eine Berufsunfähigkeitsrente bzw. die Erwerbsminderungsrente gegeben sind. Meistens wird der gesetzliche Rentenversicherungsträger versuchen Sie über Rehabilitationsmaßnahmen wieder zurück in das Berufsleben zu führen. Diese Rehabilitations-Maßnahmen dauern in der Regel 3 Wochen, werden aber ggf. auch verlängert und werden in einer Rehabilitations-Klinik durchgeführt. Nach dieser Rehabilitationsmaßnahme erfolgt eine Einstufung der dort ansässigen Ärzte. Dieser Abschlussbericht ist der Maßstab für den gesetzlichen Rentenversicherungsträger.

Besagt der Bericht, dass Sie nicht mehr arbeitsfähig sind, wird die gesetzliche Rentenversicherung Ihnen die Ihnen zustehende Erwerbsminderungsrente zahlen. Wird jedoch der Antrag durch die Rentenversicherung abgelehnt, bleibt Ihnen nur die Möglichkeit Sozialhilfe zu beantragen. Natürlich haben Sie dann die Möglichkeit Einspruch einzulegen und diesen Anspruch ggf. auch über das Sozialgericht einzuklagen.

Die privaten Berufsunfähigkeitsversicherer werden sich aber nicht nach der Entscheidung der gesetzlichen Rentenversicherung richten. Sie haben Ihre eigenen Grundlagen zur Einstufung. Es ist also durchaus möglich, dass sie von Ihrem Versicherungsunternehmen eine Berufsunfähigkeitsrente gezahlt bekommen, obwohl Sie keine Erwerbsminderungsrente zugesprochen bekommen haben. Natürlich ist es auch umgekehrt möglich, aber in der Realität eher selten.